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WM Städte 2006 in Deutschland
Kaiserslautern
Geschichte
Um 830 wurde erstmalig der Königshof Lutra erwähnt, durch Kaiser Otto III. wurden ihm 985 Marktrechte verliehen und 1152 eine Kaiserpfalz durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa erteilt. Da sich die Kaiser persönlich des Öfteren in diesem Palast aufhielt, erhielt Kaiserslautern Jahrhunderte später den Beinamen "Barbarossa-Stadt". Mit Pfalzgraf Johann Casimir, dem "Jäger aus Kurpfalz", erlebte Kaiserslautern einen Aufschwung. Spuren der Verwüstung hinterließ der 30-jährige Krieg unter der Besetzung durch spanische, französische und schwedische Truppen. Nach Beendigung der Herrschaft durch Napoleon wurde die Stadt mit der gesamten Pfalz Bayern zugeordnet. Mitte des 19. Jahrhundert wurde die Fruchthalle gebaut. Sie erlangte Weltruhm, als 1848 in ihr die pfälzische Revolutionsregierung tagte und die Unabhängigkeit der Pfalz von Bayern proklamierte. Ab 1850 begann die Industrialisierung mit Gründung der Kammgarnspinnerei und der Nähmaschinenfabrik Pfaff. Kaiserlautern entwickelte sich zum bedeutendsten Industriestandort der Pfalz. Mittlerweile hat sich Kaiserslautern zu einer attraktiven und modernen Stadt entwickelt.
Wirtschaft
Durch die politische Entwicklung ist die Stadt vom Oberzentrum der Region in das Herz Europas gerückt und liegt heute im Fadenkreuz hervorragender Verkehrsverbindungen. Das hohe praxisorientierte Technologie-und Forschungspotential der technisch-naturwissenschaftlichen Universität sowie der Fachhochschule Kaiserslautern ist mit der örtlichen Industrie zu einem wichtigen Faktor tatkräftiger Entwicklungen geworden. Firmen mit Weltruf wir Pfaff, Opel, Freudenberg, Corning-Glas-Keramik und Keiper Recaro Sitze beliefern von der Pfalz aus die internationalen Märkte. Trotz gut erschlossener Industrie-und Gewerbegelände und einem wirtschaftsfreundlichen Klima bei Behörden und Bevölkerung hat sich eine liebenswerte Umwelt erhalten. Sportlich gesehen sorgte der 1. FC Kaiserslautern im Jahr 1998 für Furore: Erstmalig gelang in der Geschichte der Bundesliga einem Aufsteiger der Titelgewinn.
Kultur
Ob klassisches Schauspiel, Oper oder Ballett: "Vorhang auf" heißt es für kleine und große Musikliebhaber am Pfalztheater. Darbietungen internationaler Jazz-, Rockmusik- und Kabarettgrößen ziehen im Kulturzentrum Kammgarn jährlich zigtausend von interessierten Besuchern an. Zu den musikalischen Spitzenereignissen in der Pfalz und darüber hinaus zählen die Konzerte der Stadt Kaiserslautern in der Fruchthalle. Das Programmprofil wird durch internationale Größen wie Philip Glass, Marc-Andre Hamelin, Andreas Scholl oder der Beethoven-Akademie Antwerpen gezeichnet. Die Pfalzgalerie wartet regelmäßig mit Sonderausstellungen sowie nationalen und internationalen Meisterwerken der bildenden Kunst auf. Städtische Museen widmen sich der Geschichte, der Kultur und des Alltags von Kaiserslautern und der Region.
Bildung und Wissenschaft
Der Wirtschaftsstandort Kaiserslautern hat sich einen international guten Ruf in Sachen Kernkompetenzen der Informations-und Kommunikationstechnologien erworben. Daran sind nicht zuletzt die neuen Frauenhofer-Institute für experimentielles Software-Engineering (IESE), das Institut für Techno-und Wirtschaftsmathematik (ITWM), das deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz ((DFKI) oder das Institut für Verbundwerkstoffe (IVW) maßgeblich beteiligt. Spätestens seit dem 18. Jahrhundert ist Kaiserslautern ein bevorzugter Platz für Gründungen von zahlreichen Schulen und höheren Lehranstalten. Die Tradition der naturwissenschaftlich-technischen Ausbildung reicht bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.
Tourismus
Kaiserlautern liegt inmitten des Naturparks Pfälzerwald, die malerische Stadt bietet attraktive Freizeit-und Sportmöglichkeiten und lockt nicht nur Wanderer und Fußballfans an. Die Innenstadt selbst und die Umgebung bieten vielfältige Ausflugsziele, Museen Lokal und Gaststätten. Jenseits der Stadtgrenze erwarten den Besucher reizvolle Ausflugsziele wie zum Beispiel romantische Täler im Naturpark Pfälzer Wald, zahlreiche Burgruinen von Hohenecken über Gräfenstein bis hin zum Trifels und der von einem keltischen Ringwall umgebenen Donnersberg, mit 687 Metern der höchste Punkt der Pfalz. Verträumte und malerische Winzerdörfer laden an der internationalen Weinstraße zu wiederholten Besuchen ein. Zum "größten Weinfass der Welt", nach Bad Dürkheim, ist es nur ein Katzensprung. Auch nicht weit ist es bis zur Dom-und Kaiserstadt Speyer oder ins Dahner Felsenland. Und wer es bis dahin geschafft hat, für den sind auch die Vogesen oder das Elsass nicht mehr weit. An die 2 Kilometer lang ist das jährliche Kirmesvergnügen "Lautrer Kerwe", 11 Tage lang kann man sich dort nach Herzenslust vergnügen und den Alltag für ein paar Stunden vergessen. Die "Shopping-Gasse" lädt zu einer Einkaufstour ein. Von A wie Anorak bis Z wie Zahnstocher findet man allerhand Nützliches und Schönes. Bis in den Abend hinein ist hier Bummeln, Staunen und Kaufen angesagt.
FIFA WM 2006TM
Der 15. April 2002 ging wie viele Daten vorher in Kaiserlauterner Fußball-Geschichte ein: An diesem Tag verkündete das WK-Organisationskomitee in der alten Oper in Frankfurt die Entscheidung über die Austragungsorte der FIFA WM 2006TM- Und Kaiserslautern war dabei. Bereits ein Jahr vorher hatte die Stadt Kaiserslautern fünf Weltmeister aus drei Generation zum Werben um die FIFA WM 2006TM ins Rennen geschickt. Unter dem Motto ""Fünf Weltmeister und Kaiserlautern-WM 2006: Wir sind bereit" rührten Fritz und Ottmar Walter, Horst Eckel, Andreas Brehme und Youri Djorkaeff die Werbetrommel für die Pfalz.
Einwohner: 100.000 Stadion: Fritz-Walter-Stadion Maßnahme: Erweiterung Kapazität 2006: 48.500 Sitzplätze Kosten: ca. 48.5 Millionen Euro
Es werden insgesamt fünf FIFA WM 2006TM Spiele auf dem Betzenberg im Fritz Walter Stadion stattfinden.
(c) Stadt Kaiserslautern (c) Foto Stadion: picture-alliance / dpa
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