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WM Städte 2006 in Deutschland
Gelsenkirchen
Gelsenkirchen hat eine lange Geschichte.
Bereits im Jahr 1003 wurde der Stadtteil Buer erstmalig erwähnt. Gelsenkirchen
selbst ist erst 150 Jahre später zum ersten Mal erwähnt. Wichtige Baudenkmäler
aus der mittelalterlichen Zeit sind das Haus Lüttinghof (erbaut 1450), das um
1550 gebaute Schloss Berge sowie Schloss Horst. König Wilhelm 1. von Preußen
verlieh Gelsenkirchen 1875 die Stadtrechte, erst 53 Jahre später kam es zum
Zusammenschluss von Buer, Horst und Gelsenkirchen. Obwohl Gelsenkirchen eine
mittelalterliche Vorgeschichte hat, ist die heutige Stadt ein Produkt des
Industriezeitalters. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Gegend um
Gelsenkirchen ein dünn besiedelter Landstrich mit zirka 6.000 Einwohnern. Mitte
des 19. Jahrhunderts wurde Kohle entdeckt und in Gelsenkirchen begann die
Industrialisierung. Kohle und Stahl, auch als Montanindustrie bekannt,
bestimmten fortan lange Zeit das Schicksal im Ruhrgebiet.
Aus zwei Dörfern und vielen
kleineren Gemeinden wuchs die Industriestadt Gelsenkirchen. Heute hat
Gelsenkirchen eine breit gefächerte Wirtschaftsstruktur. Mineralölverarbeitung,
Elektrizität, Fernwärme und Wasserwirtschaft machen die Stadt zum
Energiespender. Dazu kommen kleinere Betriebe mit einer breiten Palette
zukunftsfähiger Produkte. In der Solarenergie findet sich ein symbolhaftes
Beispiel für den Strukturwandel in Gelsenkirchen. Ein Projekt von Stadt und
Wissenschaftspark ist die "Solarstadt Gelsenkirchen" geworden. Durch die
Initiative wird der Strukturwandel von Bergbau und Stahl zur Solarenergie
gefördert.
Das prominenteste Aushängeschild
der Stadt ist seit 2001 die Arena "Auf Schalke". Das Stadion des FC Schalke 04
ist eine multifunktionale Arena mit einem Fassungsvermögen von 61.000 Zuschauern
und bester Sicht auf allen Plätzen. Aus dem Geländer der ehemaligen Zeche
"Nordstern" ist das Gelände der Bundesgartenschau und später ein reichhaltiges
Freizeit- und Erholungsgelände entstanden. Und wo früher Kohlefrachter entladen
wurden, können sich die Menschen heutzutage direkt am Rhein-Herne-Kanal im
Amphitheater an Popkonzerten und Theateraufführungen ergötzen. Der deutsche
Alpenverein hat in unmittelbarer Nähe drei 16 Meter hohe Kletterfelsen für
Alpinisten errichtet. In Gelsenkirchen gibt es zahlreiche Kinos. Neben den
hochmodernen Kinos im Multiplex-Look gibt es vereinzelt auch noch das gute alte
historische Lichtspieltheater der alten Art. In der Kulturlandschaft
Nordsternpark sind außerdem zirka 100 kulturgeschichtliche Museen unter
gebracht. Sie berichten über die Entwicklung der Region. Über die Arbeit der
Kumpel auf den Zechen berichtet in besonders eindrucksvoller Form das Deutsche
Bergbau-Museum.
Drei Festivals gelten in der Region um Gelsenkirchen als
besonders wichtig: Die "Ruhrtriennale", die "Ruhrfestpiele Recklinghausen" und
das "Klavierfestival Ruhr". Letzteres ist mit über 60 Konzerten das Größte der
Welt. Nicht zu vergessen "Extraschicht: Die Nacht der Industriekultur", in der
einen Tag und eine Nacht lang besondere Programme geboten werden. In den großen
Arenen und Open Air werden darüber hinaus noch zahlreicher Veranstaltungen
angeboten. Besonders spektakulär ist seit zwei Jahren der "Biathlon Auf
Schalke". In der Multikulti-Arena trifft sich jedes Jahr nach Weihnachten die
Weltelite der Biathleten, um im und um das Stadion einen kompletten Biathlon
durchzuführen. Keinem anderen als Schalke-Manager Rudi Assauer ist es zu
verdanken, dass dieses Spektakel mitten im Pott unter Beteiligung von zigtausend
Zuschauern stattfindet. Zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen der Region um
Gelsenkirchen gehört der Ruhr-Zoo. Auf einer Fläche von 22 Hektar bietet der
zoologische Garten 700 Tieren in 120 Arten ein Zuhause. In einer besonderen
Erlebniswelt sollen die Besucher in Zukunft das Flair von Afrika, Alaska und
Asien erleben können.
In Gelsenkirchen gibt es zwei
zentrale Einkaufszentren: In der Bahnhofstraße der Gelsenkirchener Innenstadt
und an der Hochstraße im Zentrum von Buer. Des Weiteren finden einkaufsfreudige
Gäste Möglichkeiten in den nahe gelegenen Städten Essen, Bochum, Dortmund,
Duisburg und Bochum. Das wohl bekannteste Einkaufszentrum der Region ist das
"CentrO" in Oberhausen. Es ist das größte Einkaufszentrum Europas und wurde auf
einem brachliegenden Industriegelände errichtet. Zum "CentrO" Oberhausen gehören
auch Kinos, Theater und eine Multikulti-Halle.
Wie ernst die
Gelsenkirchener ihre Wahl zum WM-Spielort 2006 nehmen, zeigt die Tatsache, dass
bereits der erst Spatenstich getätigt wurde. Am 3. Dezember 2003 wurde mit dem
ersten symbolischen Spatenstich durch NRW-Verkehrsminister Axel Horstmann und
Gelsenkirchens Oberbürgermeister Oliver Wittke der Bau der neuen
Autobahn-Anschlussstelle "Schalke-Nord" gestartet. "Wir sind für die FIFA WM
2006TM bereits jetzt gut gerüstet", sagte das
Stadtoberhaupt schon im Vorfeld des großen Fußball-Spektakels.
Einwohner:
278.000 Stadion: Arena
AufSchalke Maßnahme: Neubau Kapazität
2006: 51.000 Sitzplätze Kosten: ca. 193 Millionen
Euro
Im Sommer 2001 wurde das Stadion eröffnet.
(c) Stadt Gelsenkirchen (c) Foto unten rechts:
picture alliance / dpa
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