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WM Städte 2006 in Deutschland
Frankfurt
Bereits im Mittelalter hat sich
Frankfurt, ehemalige freie Reichsstadt und Kreuzpunkt europäischer
Handelsstraßen, zu einem der bedeutensten europäischen Finanz-und Handelsplätze
entwickelt. Heute lenken über 360 Banken, darunter die Deutsche Bundesbank und
etwa 230 ausländische Banken, von Frankfurt aus den Geldfluss. Außerdem befindet
sich in der Mainmetropole die weltweit viertgrößte Aktienbörse. Frankfurt hat
650.000 Einwohner und etwa genau soviel arbeiten in der Stadt (570.000). Zum
Frankfurter Alltag gehören Internationalität, nahezu jeder dritte Frankfurter
hat keinen deutschen Pass. Mit mehr als 45 Millionen Fluggästen jährlich ist der
Flughafen der zweitgrößte in Europa. Ob Buch-oder Musikmesse oder Internationale
Automobil-Ausstellung, bis zu 2,7 Millionen Messegäste halten sich in
Spitzenjahren in Frankfurt auf. Die Frankfurt Messe ist übrigens die älteste der
Welt.
Hoch hinaus
Den Beinamen Manhattan haben die großen Türme
von Geschäftshäusern Frankfurt eingebracht. Sie sind aus Glas oder Beton, mal
schmal, mal rund, mal spitz oder mit und ohne Antenne. Noch um 1950 herum war
der Kaiserdom mit 96 Metern das höchste Gebäude der Stadt. Heute reckt sich der
Turm der Commerzbank fast 300 Meter in den Himmel und ist damit Rekordhalter
unter Europas Hochhäusern. Über 80 Hochhäuser, meist sind es Bank-oder
Bürogebäude, überragen zur Zeit aus dem Zentrum Frankfurts die Stadt. In der
Skyline spiegelt sich die wirtschaftliche Dynamik Frankfurts wieder. Und
mittlerweile heißt es nicht nur immer höher, sondern auch immer schöner. Eine
Premiere feierte der im Jahr 2000 fertig gestellte Maintower mit seiner für
Besucher geöffneten Aussichtsterrasse im 56. Stock. Entschieden ist der Wettlauf
um den höchsten Turm in der Mainstadt noch lange nicht: Als Spitze Europas ist
der Mileniumtower mit 365 Metern Höhe geplant. Das Büro-und Geschäftsviertel
soll auf einem brach liegenden Gelände neben der Messe entstehen.
Stadtkultur am Main
Das Mainufer haben nach Spaziergängern
und Rollschuhfahrern auch Radfahrer und Skater entdeckt. Auch in Frankfurt
lautete das Zauberwort der Stadtplaner "Zurück zum Fluss". Mit Cocktailbars und
Gartenrestaurants soll die Ufermeile in Zukunft zu einer genüsslichen
Flanierzone werden, die man bei einem Glas Wein
geniessen kann. Bereits heute gibt es zu beiden Seiten des Mainufers eine
einzigartige Kulturmeile, die den Reiz der Flusslandschaft wieder in das rechte
Licht rückt. Internationale Architekten haben die vorhandene Museumslandschaft
ergänzt und ausgebaut. Zwischen eisernem Stieg und Friedensbrücke sind zum Teil
in restaurierten Bürgervillen, zum Teil auch in in anspruchsvollen
architektonischen Neubauten in zehn Jahren dreizehn Museen neu entstanden oder
neu ausgebaut worden. Darunter befinden sich ein Filmmuseum, ein
Architekturmuseum, das Museum für angewandte Kunst und das jüdische Museum. Als
letzte hinzu gekommen ist das Museum für moderne Kunst in der Nähe des Doms.
Aufgrund seiner eigenwilligen dreieckigen Form wird es auch als Tortenstück
bezeichnet.
Der berühmte Sohn
"Am 28. August 1749, mittags mit dem
Glockenschlag 12, kam ich in Frankfurt am Main zur Welt", schrieb Johann
Wolfgang von Goethe in seiner Autobiografie. Goetheplatz, Goethe-Straße,
Goethe-Universität - die Frankfurter sind mächtig stolz auf ihren berühmten
Sohn. Zwar verbrachte der Dichter einen großen Teil seines Lebens in Weimar,
doch in Frankfurt entstanden seine bedeutensten Werke wie das Drama "Goetz von
Berlichingen" oder "Die Leiden des jungen Werther". 1772 erlebte Goethe die
Hinrichtung der Kindermörderin Susanna Margarathe Brandt, sie wurde das Urbild
des Gretchens im "Faust". Das Geburtshaus Goethes wurde nach der Zerstörung im
Krieg perfekt rekonstruiert und wir heute von mehr als 13.000 Gästen jährlich
besucht.
Kapitale für Ideen
Neben der internationalen
Wirtschaftsmetropole ist Frankfurt auch Marktplatz für Wort und Ideen.
Zahlreiche Verlage prägen Frankfurts intellektuelles Profil. Noch heute ist das
Institut für Sozialforschung am Main zuhause. Auch die Deutsche Bibliothek und
die weltweit größte Bücherschau sind in Frankfurt beheimatet. Seit der Gründung
im Jahr 1949 hat sich die Buchmesse Frankfurt zu einem riesigen Marktplatz der
Ideen, Bücher und elektronischen Medien entwickelt. Die Buchmesse findet seinen
Ursprung in der Messe-und Buchhandelstradition Frankfurts. Die erste Buchmesse
war in der Paulskirche, 1848 Ort der deutschen Nationalversammlung. Die Stadt
Frankfurt zeigt sich als streitbar und kommunikativ: Dafür sorgen unter anderem
renomierte Frankfurter Tageszeitungen. Und auch die neuen Medien kommen an
Frankfurt nicht vorbei: In der Mainmetropole sitzt das Herz des Internet, der
deutsche Internetknoten.
Die Bilder vom Römer
Sie sind in
aller Welt bekannt, die Bilder vom Frankfurter Römer. Ob Rudi Völler mit der
Männer-Nationalmannschaft oder 2003 die Weltmeisterinnen im Frauenfußball: Auf
dem Balkon des Römer sorgen die Helden um den runden Ball immer wieder vor
tausenden von Fans für Gänsehautstimmung und Jubelgesänge. In den nächsten
Jahren liegt Frankfurt im Herzen der Fußball-Welt. Von Frankfurt aus steuert das
Organisationskomitee unter Franz Beckenbauer die Vorbereitung und Durchführung
der FIFA WM 2006TM. 204 Fußball-Nationen, die am
Turnier 2006 teilnehmen möchten, haben ihren Anlaufpunkt in der
Otto-Fleck-Schneise am Frankfurter Waldstadion.
Einwohner:
650.000 Stadion: Frankfurt Maßnahme:
Neubau Kapazität 2006: 48.000
Sitzplätze Kosten: ca. 127 Millionen Euro
Frankfurt
bekommt fünf Spiele inklusive eines Viertelfinales. Das neue Waldstadion wird
ein verschließbares Dach haben, die Fertigstellung ist für 2005 vorgesehen.
(c) Stadt Frankfurt (c) Foto Stadion: picture-alliance / dpa
Landkarten
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